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Plan B
Zeitschrift Umělec
Jahrgang 2006, 3
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Plan B

Zeitschrift Umělec 2006/3

01.03.2006

Edith Jeřábková a Lenka Vítková | essay | en cs de

Im Rahmen der Vorbereitung auf das Treffen mit den jungen Prager Galeristen haben wir ihnen zehn Fragen gestellt. Weil die Antworten interessante Informationen über die Ähnlichkeiten und Unterschiede ihrer Konzepte enthalten, haben wir uns entschieden, sie (teils in gekürzter Version) zu drucken.



Das Bedürfnis, den Stand der zeitgenössischen tschechischen Kunstszene aus der Sicht des Galeriebetriebs zu beschreiben, entstand aus unseren Gesprächen auf Vernissagen hervor. Die Intention ist, die Phasen bei der Herausbildung von etwas Neuem und die Gründe der gegenwärtigen Situation einzufangen.
Wir wollen die Tätigkeit der Galerien nicht bewerten. Sie werden hier einzeln mittels Fragebogen vorgestellt. Weitere Schlüsse lassen sich aus der gemeinsamen abendfüllenden Diskussion beim Kuratorentreffen ziehen, zu dem es am 13. März im Restaurant U Slovanské lípy in Zižkov kam. Vorrangig interessierte uns, wie sich die Galerien selbst definieren; wie sie die Funktion ihres gestalterischen Programms definieren (kuratorisch, als Betreiber, Organisatoren...); bei den Künstler-Galeristen wie ihre Aktivität in der Galerie ihre eigene Position in der Kunstszene beeinflusst; wie die Beziehung zu den Medien, der offiziellen Szene, den Kritikern ist, inwieweit sie planen Künstler zu vertreten und mit dem Ausland zusammenzuarbeiten. Im folgenden Text zitieren wir Ausschnitte und die Ergebnisse aus diesem Gespräch. Den Sinn des Treffens sehen wir im Nachhinein auch darin, dass alle Anwesenden gemeinsam eine Umgebung schufen, in der diese Fragestellungen ausgesprochen werden konnten. Es wurden Fakten besprochen, die Leuten aus der Community selbstverständlich vorkommen können. Wir haben uns dabei auf die folgenden Prager Galerien und Räume für zeitgenössische Kunst konzentriert: A.M. 180, c2c, Display, Entrance, ETC., Jelení und NoD.
Unbesprochen lassen wir die Tätigkeit der Galerien in anderen tschechischen Städten, die eine spezifische Stellung haben, die sich aus den geographischen Bedingungen erklärt, Galerien die auf institutionaler oder kommerzieller Basis funktionieren, Internetgalerien, Kunstpreise und Medien.

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Im Jahr 1999 konnte die Linhartov-Stiftung den geräumigen ersten Stock in der Dlouha-Straße 33 über dem Roxy mieten– es entstand NoD als seinerzeit größter unkommerzieller auf zeitgenössische Kunst ausgerichteter Raum in Prag. Die Galerie ist verknüpft mit einem Theatersaal, Internetcafe und Bar. Kurator der Ausstellungen in den Jahren 1999 – 2001 war der Künstler Krištof Kintera.

Im Jahr 2000 entstand im Gebäude des Zentrums für zeitgenössische Kunst, dem ehemaligen Soros Zentrum in der Na Brusnici Straße auf dem Hradschin die Galerie Jelení. Das gestalterische Programm der Kuratorin Gabriela Kotíkova-Bukovinska, die regelmäßig weitere Kuratoren zur Zusammenarbeit einlädt, war von Anbeginn auf die progressivste tschechische und slovenische Kunst angelegt.
Der Raum für zeitgenössische Kunst Display entstand im Jahr 2001 in der Bubenská Straße in Holešovice. Die Theoretiker Ondřej Chrobák und David Kulhánek und die Künstler Zbyněk Baladrán und Tomáš Svoboda mieteten leerstehende Räume von der Stadtverwaltung des Stadtteils Praha 7. Mit dem Programm, das auf die ausländische Szene sowie konzeptuelle und kontextuelle Zugängen zum Kunstwerk ausgerichtet ist, wollten sie ein Umfeld für Künstler und Kuratoren schaffen. Sie reagierten auf die fehlende Präsentation zeitgenössischer ausländischer Kunst in Tschechien und schufen so einen spezifischen Kontext für ausgewählte tschechische Künstler.
David Kulhánek, Display: “Als wir begannen über die Galerie nachzudenken, wollten wir uns gegen Räume abgrenzen, die mehrere Funktionen übernehmen und wo wir das Gefühl hatten, dass sie nicht die Identität einer Galerie für zeitgenössische Kunst haben. Das war zu einer Zeit, als es mehr Räume gab, in denen sich was tut, als heute, und wir hatten das Bedürfnis, uns von der Masse der Programme abzusetzen. Wenn es irgendwo einen polyfunktionalen Raum gibt, dann bekommt er gleich den Stempel alternativer Raum und alternative Kultur aufgedrückt, und das ist falsch, weil hier Standardgalerien nicht funktionieren, und diese Einordnung ist kontraproduktiv...“
Im Jahr 2002 änderten die Galerien Václav Špála, Nová Síň und Mánes ihr Programm, wodurch ihre Räume der zeitgenössischen Kunstszene verloren gingen, die Galerie MXM schloss. Ende des Jahres 2002 gründeten Veronika Bromová, Veronika Drahotová und Aleksandra Vajd die Galerie Home mit der Ambition, die tschechische und internationale Szene zu verbinden. Im Mai 2002 begann das Ausstellungsprojekt der Gruppe Rafani, CO 14, in den Räumen ihres damaligen Ateliers und im angrenzenden Hof. Die zeitliche Begrenzung der Ausstellungen auf die Dauer der Vernissage und die Notwendigkeit auf den Charakter der Räume zu reagieren, zogen eine konzeptuell performative Form der Ausstellung nach sich. CO 14 half, ein Modell für zeitgenössische kleine Galerien zu entwickeln, wo sich das Kommen von Besuchern vorwiegend auf die Vernissage beschränkt. Im Juni 2003 beendeten Rafani die Ausstellungstätigkeit von CO 14. In Prag schloss nach 10 Jahren die Gandy Gallery. Die institutionell angelegte Galerie Futura wurde eröffnet.
Im Jahr 2004 zog die Galerie Jeleni in den bedeutend kleineren Raum der Drtinova-Straße in Smíchov. Die Galerie Home, geführt von Veronika Drahotová, schloss. Nach vier Jahren hörte die Galerie Tvrdohlaví, geführt von Vaclav Marhoul auf, und auch Karl Babíčeks Galerie Behemot. Damit verschwanden aus der Prager Szene zeitgenössischer Kunst Galerien, die in den Neunzigern gegründet worden waren oder mit Künstlern und Kuratoren zusammenarbeiteten, die die Szene der Neunziger bestimmt hatten (mit Ausnahme der nach wie vor wirkenden kommerziellen Galerie von Jiří Švestka). Es kam zum Kontinuitätsbruch zwischen den neunziger Jahren und dem neuen Jahrtausend.
A.M. 180 gründeten im Jahre 2003 Štěpán Bolf, Dan Dudarec, Anežka Hošková, Jakub Hošek und Markéta Wilemsa Pecková im Raum Utopia in der Belehradska Straße zwischen den Stadtvierteln Vinohrad und Nusle. Im Utopia fanden ursprünglich Konzerte und Ausstellungen statt. Derzeit veranstaltet hier das Kollektiv von A.M. 180 außer Ausstellungen auch Videoprojektionen, deren Kuratoren Radim Labuda und Štěpán Skalský sind, die Konzerte haben sich in die Prager Clubs verlagert. Absicht des Kollektivs von AM. 180 ist, die zeitgenössische Szene bildender Kunst und die Musikszene nach dem Do It Yourself-Prinzip zu verbinden. Im Jahr 2006 haben sie den Tranzit Preis gewonnen, der zur Unterstützung von Galerieaktivitäten ausgelobt wird.
Die Galerie ETC. begann ihre Arbeit im Oktober 2004 in der Eingangshalle zum Grafikstudio DRAW.etc. auf der Jaromírova Straße in Nusle, geführt von den Künstlern Jiří Franta und Jiří Skála. Jiří Franta zu Folge ist das Wesentliche im Programm der Galerie die Arbeit mit dem Raum. Jiří Franta, ETC.: “In unserer Ausstellungspraxis zeigte sich die Notwendigkeit, den Künstlern die Möglichkeit zu geben, frei mit dem Raum umzugehen... etablierte Galerien bieten das meist nicht.” Jiří Skála, ETC.: ”...ETC. baut darauf auf, dass die Leute eine eigene Ausstellung in ihrer Community ausprobieren sollen und sich darauf ihre Karrieren aufbauen... ETC. geht es darum, wie man anfängt.
Im Mai 05 begannen Tereza Velíková und Tereza Severová in der Eingangshalle der Karlinstudios in der Thámova Straße in Karlín die Galerie Entrance zu betreiben. Eines ihrer ersten Projekte war Saloon: Sie präsentierten tschechische und slovakische nonprofit – Galerien. Nach dreijähriger Tätigkeit von Tamara Moyzes wurden im Herbst 2005 Zuzana Blochová, Dita Lamačová und Lucie Čermáková Kuratorinen von NoD. Zur Jahreswende begann der Raum Display im Stadtteil Holešovice zu arbeiten, unter dem Titel display + tranzit space for contemporary art, der die Verbindung der Galerie mit der Initiative für zeitgenössische Kunst tranzit.cz ausdrückt, gegründet und unterstützt von der Finanzgruppe Erste Bank Group. Im Februar 2006 gründeten Zuzana Štefková, Denisa Kera und Pavel Sedlák die Galerie c2c in ehemaligen Büroräumlichkeiten des Hauses in der Za Strahovem Straße in Břevnov. Die Galerie zielt programmatisch auf Kuratorenprojekte ab, und die Vereinigung c2c möchte eine Plattform für Theorie und Kritik der bildenden Kunst schaffen.

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Hinter den neu entstandenen Galerien stehen Leute, die es nicht mehr nötig haben auf die Neunziger zu reagieren, noch sich gegen diese Zeit abzusetzen. Sie reagieren aber auf Lücken, die nach den Neunzigern blieben.
Jiří Skála, ETC.: “…warum binnen einiger Jahre all die alternative Räume in Prag entstanden? Die junge Generation muss irgendwo ausstellen, das System funktionierte nicht und neue Kriterien werden relevant… Galerien entstehen auf der grünen Wiese und müssen sich langfristig etablieren, wenn wir das durchhalten wollen – als Künstler hat man meistens wenig Zeit – werden wir jemanden finden müssen, der das weiterführt… Unsere Galerien sollten sich etablieren und die Galerien ersetzen, die in den 90ern aufhörten.“
Galerien werden oft von Künstlern betrieben, die für sich selbst eine Präsentations- und Kommunikations-Plattform schaffen. Somit übernehmen sie automatisch die Rolle der Kuratoren.
David Kulhánek, Display: “Es gibt hier sehr wenige Leute, die als Kuratoren wirken, der klassische Kurator ist Vermittler zwischen Künstler und Institutionen… Das ist ein universeller Ausdruck, und es kommt darauf an, wieweit man sich so damit identifiziert. Heutzutage machen Kuratoren Postproduktionen – Ausstellungen auf der Basis von Ausstellungen anderer Kuratoren. Heute existieren Bindeglieder, aber zwischen dem Ehepaar Jana und Jiří Ševčik und Tomáš Pospyszil existiert kein Äquivalent, ein Abgrund.“
Angesichts der Resignation offizieller Institutionen im Zusammenhang mit der zeitgenössischen visuellen Kunst geraten unabhängige Galerien unwillkürlich in die Position, ihre Funktion zu übernehmen. Es ist nicht zu übersehen, welche Rolle unter den Künstlern und Organisatoren dieses Geschehens die Absolventen und Studenten der Ateliers von Vladimír Skrepl (AVU) und Jiří David (VšUP) spielen.
Tereza Severová, Entrance: “Du schaffst einen Raum für die Anderen und gleichzeitig für dich selbst.“
Zbyněk Baladrán, Display: “…die tschechische Szene ist trostlos, viel zu klein, man besucht gegenseitig die Ausstellungen, die Künstler zirkulieren sozusagen, und mehr passiert nicht”
David Kulhánek, Display: “Dieses Kreisen in einer festen Umgebung kultiviert die Produktion, es resultiert daraus eine gewisse Qualität, die bei normalen Marktbedingungen Bestandteil des Karriereweges wäre, wo du in einer alternativen Szene beginnst, dort bemerkt dich jemand, danach verbesserst du dich und endest auf den internationalen Ausstellungen…“
Zbyněk Baladrán, Display: “… es kann nicht passieren, dass mir das in der tschechischen Szene die Position stärkt. Innerhalb dieser Gruppe von 100, 150 Leuten kann ich Aufmerksamkeit erlangen… aber dadurch habe ich nicht mehr Ausstellungen – ich habe keine Galeristen. Andererseits ist es unglaublich angenehm, dass du dauernd inmitten des Geschehens bist, du bist darin, du bist Künstler. Für Leute, die das nicht haben, ist es schrecklich schwer – sie treffen sich auf Vernissagen, und es ist schwer miteinander über Kunst zu kommunizieren. Man muss es sich schaffen, dieses Umfeld.
Jiří Skála, ETC.: ”...was ich an dieser Arbeit am meisten schätze, ist die Kommunikation mit den Künstlern.” Jiří Franta, ETC.: “Nach ihrem Studium existiert für mich weiterhin eine Verbindungmit diesen jungen Leuten.
David Kulhánek, Display: ”...interessant ist, dass dieses Umfeld hier überhaupt nicht konkurrenzorientiert ist, wir konkurrieren nicht miteinander. Švestka vertritt Leute professionell, er mischt sich unter dieses Umfeld und wählt daraus aus, und es ist ihm ziemlich wichtig korrekte und klare Verhältnisse zu haben... Die Hierarchie funktioniert nicht so gut... was am nichtexistenten Markt liegt.
Jiří Skála, ETC.: “In der tschechischen Situation ist das nicht möglich, diese Szene ist so klein, dass jemand, der etwas kaufen will, direkt zum Künstler geht... Will man eine kommerzielle Galerie sein, muss man sich dem zu hundert Prozent widmen, man müsste, in meinem Fall, seine Künstlerkarriere aufgeben, Galerist werden und auf Messen fahren, vielleicht ins Ausland, weil es anders einfach nicht geht. Es macht keinen Sinn, sich auf diesem Level darüber zu unterhalten. Wenn, dann muss man sich klar entscheiden, eine kommerzielle Galerie zu sein und sich hundertprozentig darauf konzentrieren.“

Der Staat hat keine Ambition, sich über bildende Kunst zu repräsentieren. Dazu Jiří Skála, ETC.: “Die tschechische Kultur baut nicht auf der bildenden Kunst auf, weil die bildende Kunst im Grunde eine sehr bourgeoise Angelegenheit ist... sie basiert auf der Repräsentation von etwas. Die bildende, visuelle Kultur ist in England und Frankreich populär, die tschechische Kultur ist in erster Linie Theater und Literatur, vielleicht wie in Deutschland, das ist das Problem der Kultur, mit der sich der Staat repräsentiert.“

Freiwillige Arbeit, die ihre Wurzeln im Underground hat, im Sinne von “Künstler helfen Künstlern”, behagt dem Staat. Mit der Abwesenheit des Kunstmarktes arbeiten die Galerien heute bewusst. Darin bauen sie auf die Erfahrungen der Neunziger. Auf freiwilliger Basis und oft aus eigener Tasche finanziert, gestalten die “alternativen” Galerien das Aussehen der zeitgenössischen Kunstszene. Eine gewisse Geschlossenheit der Kunst-Community bildet zwischen den einzelnen Galerien ein loses Netzwerk, eine Union der Widerständigen gegen die Ignoranz von Seiten des Staates und der Medien.
Obwohl Galerien ihre Spezifika haben und sich unterscheiden, schaffen sie, auch Dank der Geschlossenheit der tschechischen Szene, ein vernetztes Umfeld, für das unter anderem die Überlappung von ausstellenden Künstlern und identischem Publikum bezeichnend ist. Die Community ist jedoch Trägerin einer Kontinuität, die den Galerien in den Neunzigern, die zu eng an die Persönlichkeiten ihrer Gründer und an einen bestimmten Ort gebunden waren, fehlte. Die Betreiber der zeitgenössischen unabhängigen Galerien beweisen, dass sie auch auf veränderte Bedingungen reagieren können. Dies gewährleistet eine größere Lebensfähigkeit der Galerien.
Wegen zeitlichen und finanziellen Limits ist die Zusammen­arbeit mit dem Ausland für unabhängige Galerien, mit Ausnahme von Display, eher Zukunftsmusik, über die Teilnahme am internationalen Kunstmarkt ist keine Rede. Als vorübergehender Ersatz für eine offiziellen zeitgenössischen bildenden Kunstszene, funktioniert das Galeriennetzwerk jedoch schon in seiner jetzigen Form.
David Kulhánek, Display: “Eine offizielle Szene existiert de facto nicht... Auch die Künstler im Mainstream sind letztlich Teil dieser Community... die offizielle Szene repräsentieren Institutionen wie die tschechische Nationalgalerie (NG) oder die Prager Stadtgalerie (GHMP), aber es gibt auch Leute, die dort ausgestellt haben und dabei Teil unserer Szene sind... alle die in der Stadtgalerie ausgestellt haben, sind um nichts offizieller als Leute, die dort nicht ausgestellt haben.“
Für unabhängige Galerien zeichnen sich zwei Möglichkeiten der Entwicklung ab: Entweder sie transformieren sich, ersetzen nichtfunktionierende Institutionen und schließen sich dem internationalen Kunstmarkt an, oder sie behalten eine klar definierte subkulturelle Position.

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Im März 2006 erhielt Display die Kündigung von der Verwaltung des Stadtteils Praha 7. Wenn sich die Entscheidung der Magistratsbeamten nicht ändert und das Kuratorenteam Display einen neuen Raum für das Wirken der Galerie findet, hat die tschechische Szene einen namhaften Präzedenzfall der Erhaltung von Kontinuität im Galeriebetrieb.





A.M.180
Utopia, Bělehradská 45, Praha 2, www.am180.org
1. Bereicherung des langweiligen Klimas der hiesigen Kunst­szene. Wir wollten etwas schaffen, das die bildende und die Musikszene verbindet. Deswegen ist die Galerie A.M.180 nur ein Aspekt dessen, was wir “Kollektiv A.M.180” nennen. Am Anfang entstand das Dank der Multifunktiona­lität des Raumes Utopia – man konnte hier neben den Ausstellungen auch Konzerte veranstalten. Heute müssen wir die Konzerte anderswo veranstalten, die “Multifunktionalität” des Kollektivs aber bleibt, es kamen Videokunst und Videoclip hinzu, durch kuratorisch orientierte Leute, die wir als versiert betrachten, die aber nicht direkt Mitglieder von A.M. sind.
2. Schwere Frage. Wohl haupt­sächlich der persönliche Geschmack der Mitglieder von A.M.180, wir wollen die ausstellen, die unserer Meinung nach gute Sachen machen, die uns ansprechen. Dasselbe gilt auch für Konzerte. Für die bildenden Künstler gilt, dass wir uns um Buntheit bemühen – genauso bekannte Namen auszustellen wie solche, die bis jetzt nie ausgestellt haben, und auch jene, die schon lang nichts ausgestellt haben und von denen niemand mehr etwas Besonderes erwartet. Manchmal reicht es, wenn wir das Gefühl haben, dass genau dieser eine ausstellen sollte – es interessiert uns, wer sich wie mit dem Angebot aus-einandersetzt. Wir vertrauen diesen Künstlern, dass sie die Ausstellung hinkriegen, manchen kann zu ungeahnter Aktivität anspornen.
3. Wir hoffen, dass sich nach zweieinhalb Jahren die Marke A.M.180 irgendwie etabliert hat. Zu ihr gehört eine Affinität zum Underground, und unter dieser Marke auszustellen, bedeutet, sich für eine Weile mit dieser Szene zu verbinden. Den älteren Künstlern, die schon Jahre im Kunstbetrieb sind, kann das eine neue Dimension eröffnen. Gleichzeitig testen wir so ein wenig das Selbstverständnis der Künstler – uns interessiert, ob sie kapieren, dass es nicht nur darum geht, “irgendwo etwas” auszustellen, eine weitere Ausstellung abzuhaken, sondern dass der konkrete Ort und Kontext wichtig sind. Nicht bei jedem funktioniert das, an manchem geht es völlig vorbei, aber bei manchem haben wir das Gefühl, dass es Sinn hatte – er forscht an Dingen weiter, und vielleicht aus dem Blickwinkel, aus dem wir sie sehen.
4. Am Anfang hatten wir solche Pläne, aber die Zeit wird immer knapper, und vielleicht warten wir eher darauf, wer uns anspricht.
5. Ziemlich eng, besonders für einige von uns, die Teil der Squatterszene waren und halfen, Utopia aufzubauen. Gleichzeitig ist wie Utopia heute funktioniert nicht ganz ideal, wie gesagt ist die Multifunktionalität in diesen Räumlichkeiten verlorengegangen, außerdem entspricht das Design des Clubs nicht unseren Ansprüchen, aber das ist immer noch weniger wichtig als dass wir dort so arbeiten können, wie wir arbeiten – ohne größere Einschränkungen und recht unabhängig.
6. Wenn wir diejenigen nicht mitzählen, die kommen, weil ihr Kumpel ausstellt (und die sind viele), glauben wir, dass unser treues Publikum Leute sind, die verstanden haben, um was es uns geht. Sie identifizieren sich mit den Grundideen, es interessiert sie die Verbindung von Musik und Kunst und umgekehrt.
7. Manche von uns sind dadurch, dass sie selbst aktive Künstler sind, der Szene näher – sie sind “Insider”. Einige von uns sind dagegen völlig außerhalb der Szene, aber die haben dafür einen distanzierteren Blick und können die Sichtweisen der Insider korrigieren.
8. Kaum, und wenn, dann inoffiziell – zum Beispiel durch eine Aus­stellung der Hoch­schul­studenten aus Košice – es ging um eine unter der Hand organisierte Aktion, ohne direkte Beteiligung der Schule.
9. Ein Medium das wir vermissen? Ein unvoreingenommenes Magazin über Kultur und Kunst sowie seine elektronische Version.
10. Wir wollen die Tätigkeit der Gale­rie so beibehalten, wie sie jetzt läuft, aber das Spektrum der Aktivitäten des A.M.180 Kollektivs erweitern. Darin wollen wir nicht zu konkret sein… Ideen sind da und bestimmt auch Zeit und Lust.

c2c
Za Strahovem 19, Praha Břevnov, www.c2c.cz
1. Die Galerie c2c entstand als unkommerzieller Raum für junge Kuratoren und Künstler­. Das Ausstellungsprogramm ist von Grund auf vor allem auf tschechische und ausländische Kura­torenprojekte orientiert und auf die Präsentation experimenteller und fächerübergreifend ausgerichteter Projekte sowie Wanderausstellungen ausgerichtet. Mit diesen Zielsetzungen wollen wir nicht nur die Entstehung neuer Kuratorenprojekte fördern, sondern wir wollen gleichzeitig das Aufkommen einer lebendigen Debatte über unterschiedliche Arten des Zugangs zu Kuratorenpositionen entfachen. Gegenwärtig versuchen wir, die Realisierung neuer Kunstwerke zu stimulieren. (…)
2. Bis jetzt haben wir zwei Ausstel­lungen realisiert, deswegen wird diese Antwort nicht besonders richtungsweisend sein (…) Die erste Ausstellung Office Art hat auf die Räume reagiert, in denen sich die Galerie c2c befindet. Das Thema Büro hat sich auch deswegen angeboten, weil wir innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne weder Zeit noch Mittel hatten, alle Hinweise auf die frühere Nutzung der Galerieräume als Büro zu entfernen.
Tschechische und slowenische Künstler wurden vor allem auf Grund früherer Werke angesprochen. Aber manchmal hat auch der Zufall entschieden, oder einfach das Interesse der Angesprochenen.
Die Ausstellung Stop der Gewalt an Frauen (Stop násilí na ženách), kuratiert von Lenka Kukurová unter der Schirmherrschaft von Amnesty International, wurde zum Teil von einem Ausstellungsprojekt übernommen, das Ende 2005 in Bratislava stattfand. Die bratislaver Zusammenstellung wurde durch tschechische Künstler und Künstlerinnen ergänzt, die sich schon lange mit dem Genderthema beschäftigen, oder in deren Werken der politischen Aktivismus eine wichtige Rolle spielt. Oder einfach, weil sie auf die Aufforderung reagierten, die mündlich und mittels des Internets verbreitet wurde.
Weitere Ausstellungen, die für das Jahr 2006 geplant sind, wurden primär von Künstlern initiiert, die sich mit einem kuratorisch konzipierten und speziell für die Galerie vorbereiteten Projekt meldeten.
Wir arbeiten für die Zukunft an einem standardisierten Prozess zur Auswahl der eingereichten Arbeiten.
3. Bei kuratierten Ausstellungen geht es vor allem um die Möglichkeit, zu experimentieren und auf ein Thema zu reagieren, das dem angesprochenen Künstler nahe ist, zum Teil auch um die Gegenüberstellung seines Ansatzes mit weiteren Künstlern, die am selben Ausstellungsprojekt teilnehmen.
4. Im Rahmen der Vereinigung c2c bemühen wir uns ausdrücklich um die enge Zusammenarbeit zwischen kleinen Galerien in Form von gemeinsamen wie auch Wanderausstellungen. Außerdem planen wir ein gemeinsames Galeriebulletin, das den Besucher über das aktuelle Programm der einzelnen Galerien informiert. Auf einem der ersten Treffen der Vertreter von A.M.180, c2c, Entrance Gallery und Net Openmind Gallery (www.nogallery.info) wurde zum Beispiel ein gemeinsames Ausstellungsprojekt initiiert, das in der Galerie c2c Ende dieses Jahres stattfinden sollte.
Das konkrete Resultat der beginnenden Zusammenarbeit mit der bratislaver Galerie HIT ist schon ein Projekt für das Festival Multiplace 2006, in dessen Rahmen es zur Verbindung beider Galerien mittels ihrer Ausstellungskonzepte kommen soll.
Aus der kurzen Erfahrung der bisherigen Ausstellungstätigkeit ergibt sich auch eine Priorität der Galerie: die Arbeit im tschechisch-slowakischen Kunstkontext. Eine weitere vielversprechende Zusammenarbeit entwickeln wir im Rahmen unserer Kontakte mit der polnischen Kuratorenszene (Magdalena Ujma, Galerie Bunkier Stuki), und wir wollen Kontakte in Barcelona, Berlin, Budapest, Dresden, London und New York nutzen.
5. Die Galerie c2c befindet sich in einem Haus, das der Familie eines der Initiatoren der Galerie und einer Bürgervereinigung (die ihren registrierten Sitz in den Räumen der Galerie hat) gehört. Daraus ergibt sich die Bindung an den bestehenden Platz und der Glaube an die langfristige Unterstützung der Tätigkeit der Galerie von seiten der Hausbesitzer.
6. Das Publikum der Galerie bilden vor allem Künstler, Kuratoren und Freunde. Über das Programm informieren wir mittels unserer Webseite www.c2c.cz, auf den Webseiten von AVU ( Akademie der Bildenden Künste – www.avu.cz), von www.nogallery.info und per E-mails. Gleichzeitig verteilen wir 150–200 Einladungen zu den einzelnen Ausstellungen an Kolle­gen und Freunde. Medienpart­ner der Galerie c2c ist die Zeitschrift Umělec. Wir erwägen, in der Zeitschrift Atelier zu inserieren sowie die Zusammenarbeit mit weiteren Medien.
7. Der aktive Ausschuss der Verei­­ni­gung c2c, die bis jetzt das Aus­stel­­lungs­programm der Galerie konzipiert, besteht aus drei Leuten mit unterschiedlichen Grundlagen – Kunstgeschichte und Philosophie, neue Medien und Ästhetik sowie Kulturmanagement. Das ermöglicht uns einen Zugang zur zeitgenössischen Kunst von unterschiedlichen Seiten, und die gegenseitige Ergänzung bei der Zusammenstellung des Programms (...).
8. Angesichts der Ausrichtung auf die junge Künstlergeneration entwickeln wir natürlich Kontakte zu Kunstschulen (bisher vor allem in Prag). Weitere Zusammenarbeit streben wir an mit Bürgervereinigungen, die ähnlich orientiert sind wie c2c (zum Beispiel ScArt o.s.). Für die Zukunft bemühen wir uns um die Erweiterung der Kontakte mit institutionell unterstütztem Networking im tschechischen und ausländischen Kontext (AICA, CIANT, CSU, Tranzit).
9. Siehe oben. Wir vermissen eine Zeitschrift über zeitgenössische Kunst, die über das aktuelle Kunstgeschehen im tschechischen und ausländischen Kontext und gleichzeitig über aktuelle Themen der zeitgenössischen Kunsttheorie schreibt. Wichtig wäre uns auch die Entstehung eines Galeriebulletins (siehe oben).
10. Die Galerie c2c hat bis jetzt keine institutionelle Unterstützung und daraus entspringende finanzielle Absicherung. Damit die Tätigkeit von c2c auch in den nächsten fünf Jahren gewährleistet ist, werden wir die Finanzierung primär durch Sponsoring und Subventionen lösen. Die Mitarbeiterschaft sollte sich im Idealfall um ausländische Aussteller und Mitarbeiter bereichern. Eines unserer Ziele ist, ein Netzwerk tschechischer und ausländischer Kuratoren und Kritiker zeitgenössischer Kunst zu schaffen, das mittels des Web c2c effektiv Erfahrungen austauscht. Außerdem wollen wir von der Vereinigung c2c initiierte Workshops und Konferenzen veranstalten, und daraus resultierende Jahrbücher herausgeben.

Display
Bubenská 3/421, Praha 7 – Hole­šovice, www.display.cz
1. Wir wollten eine Galerie eröffnen und Künstler aus dem Ausland einladen – zu dieser Zeit nahmen wir das hauptsächlich als gewissen Impuls und kritischen Beitrag zur Belebung der damaligen Ausstellungsräume.
2. Wir sprechen ganz gezielt Leute an, manchmal in Zusammenarbeit oder Vermittlung anderer Personen – Künstler und Kuratoren aus unserer Umgebung.
3. Ich denke, dass es ein interessantes Angebot ist – die Möglichkeit zur Realisierung einer Ausstellung und eine neue Umgebung kennen zu lernen – eines anderen lokalen Kontexts. Außerdem passt eine eigene Ausstellung (wir machen v.a. Einzelausstellungen) immer in den Lebenslauf.
4. Zur Zeit arbeiten wir mit keinem anderen Raum langfristig zusammen.
5. Die Beziehung ist grundlegend – der Raum beeinflusst die Atmosphäre der Projekte, und die Formatierung der Einzelausstellungen. Der Platz spricht uns sehr an – ein konkretes urbanes Ganzes mit absurdem Einschlag und interessanter Architektur. Wir werden auch in anderen Räumen weitermachen.
6. In erster Linie natürlich die heimische Szene, von wo auch de facto der einzige relevante Widerhall kommt. Auch Kritiker und Autoren der Ausstellungstexte gehören zu einem großen Teil dazu. Wir bemühen uns, Vertreter von Institutionen zu informieren, aber der Kontakt ist nicht gegenseitig.
Wir informieren hauptsächlich per E-mail. Ich denke, dass gedruckte Einladungen wichtig sind, aber eher hauptsächlich für das Archiv... ein Informationsserver oder Booklet fehlt.
7. –
8. Wir arbeiten mit AVU und VŠUP (Hochschule für bildende Kunst, Architektur und Design) zusammen, jetzt auf der Ebene nichtinstitutioneller Verbindung. Mit National Galerie oder GHMP (Galerie der Hauptstadt Prag) gibt es keinen Kontakt. Dauerhafte Zusammenarbeit mit dem Ausland auch nicht, aber es gibt einen Austausch.
9. Die Zusammenarbeit ist nicht dauerhaft, und in den Informations­medien über zeitgenössische Kunst außerhalb der großen offiziellen Institutionen gibt es nicht genügend Raum und somit keinen relevanter Kontext für eine Kritik, die ein aktives Bild der zeitgenössischen Kunst bilden und einer weiteren Öffentlichkeit vermitteln würde. Ich denke, dass das Format einer Zeitschrift wie sie Detail war, fehlt.
10. Ein größerer Raum mit mehr Funktionen, in dem Display als Ausstellungseinheit funktionieren würde.

Entrance Gallery
Karlín Studios, Křižíkova 34, Praha 8 – Karlín, www.entrancegallery.com
1. Einen neuen Ausstellungsraum zu erschaffen, wo sich die jüngste Künstlergeneration aus Tschechien und dem Ausland präsentieren kann.
2. Wir suchen junge Künstler, die uns mit individuellen Äußerungen einnehmen. Das Programm besteht auch vorwiegend aus Autoren­präsentation. Natürlich begrüßen wir es aber auch, wenn uns Künstler ihre Projekte vorstellen.
3. Wir wollen den Autoren eine Ge­le­genheit bieten, Arbeiten und Projekte zu präsentieren und man­chmal auch nicht so bekannte junge Künstler in den weiteren Kontext der zeitgenössischen Kunst einzubeziehen. Aus dieser Position entwickelt sich auch unsere Einreihung in den Komplex der Karlin Studios und die Benennung der Galerie Entrance.
4. Wir versuchen, uns so abzuspre­chen, dass die Daten der Vernissagen sich nicht überlappen. Im Dezember 2005 haben wir das Projekt Saloon präsentiert, das zeitgenössische junge Galerien, nicht nur aus Prag, vorstellen wollte. Das Projekt hatte jedoch nicht den Ehrgeiz, dieses Umfeld komplett abzustecken, die Auswahl der Galerien war eher subjektiv. Wir wollten auf die Tatsache aufmerksam machen, dass solche Galerien existieren und die zeitgenössische Kunst sich gerade da abspielt.
5. Entrance ist Teil des Komplexes Karlin Studios. Mit ihm hängen wir zusammen und in seinem Rahmen wickelt sich auch unsere Tätigkeit ab. Ob unsere Galerie auch ohne ihn funktionieren würde, hinge davon ab, ob sich ein anderer Raum bieten würde, und von der aktuellen finanziellen Situation, in der sich Entrance dann gerade Zeit befinden würde.
6. Das Publikum ist vor allem der enge Freundeskreis – Künstler, Kritiker, die Kunst interessiert. Wir versuchen aber auch außerhalb diesen Kreis von Leuten zu dringen. Über das Programm unserer Galerie informieren wir in der Regel durch Verschicken von Einladungen und Plakaten. Einen Informationsserver vermissen wir, aber gerade ist einer entstanden. Das ist Net Opendmind Gallery (www.nogallery.info) – eine Internetgalerie, die als Portal fungieren soll, mit allen möglichen Informationen, die Kunst betreffen. Nogallery hat sich im Januar im Entrance vorgestellt. Natürlich fehlt hier aber weiterhin eine gedruckte Version eines Informationsservers, ob in Form eines Index oder eines Kunstwochenblatts.
7. Unser Beruf ist wohl das einzige, was unsere Kuratorentätigkeit beeinflusst und lenkt, weil wir keine Kuratorinnen sind und uns auch nicht als solche fühlen.
8. VŠUP versendet Information über unsere aktuellen Aktionen, sehr viel hilft uns auch das Atelier von jiří David durch das Ausleihen von Technik. Die Zusammenarbeit mit weiteren, auch ausländischen Galerien begann mit dem Projekt Saloon, wir werden sehen, was das für die Zukunft bringt.
9. Langfristig arbeiten wir mit keinen Medien zusammen, Interesse für unsere Tätigkeit zeigten aber zum Beispiel Hospodářské noviny, Lidové noviny, die Zeitschriften Atelier, Umělec, Art and Antiques, EX (die Beilage der Zeitschrift Reflex). Für den ganzen Komplex Karlin Studios interessierte sich das tschechische Fernsehen. Insgesamt aber vermissen wir in den Medien mehr Raum für bildende Kunst.
10. Im Idealfall werden interessante Projekte entstehen, die unter den einzelnen Galerien weitergegeben werden können, die genau wie wir überhaupt keine finanziellen Probleme haben werden, die Medien werden sich für sie interessieren und der Informationsserver (in gedruckter und elektronischer Version) wird umfassend sein.

ETC. Galerie
Jaromírova 18, Praha 2 Nusle (antwortet Jiří Skála)
1. Das Vorhaben, eine Galerie zu gründen kam nicht von mir oder Jiří Franta sondern von Vladimír Strejček, der uns einen freien Raum in seinem gerade aufgemachten Grafikstudio für eine Galerie angeboten hat. Und weil ich mich an den Grundsatz halte, nie gute Angebote abzulehnen, hab ich genickt, genau wie Jirka Franta. Von Anfang an versuchen wir, die Galerie auf aufstrebende neue Künstler auszurichten, nicht nur wegen der beschränkten Mittel, sondern auch aus unserem Interesse, ein Zentrum des Geschehens der jungen Kunstszene zu sein.
2. Einen Großteil der ausgestellten Künstler haben wir selbst angesprochen, aber wir widersetzen uns nicht, wenn Künstler uns ansprechen, das ist Bestandteil unserer Arbeit. Es hat sich inzwischen die Praxis bei ausstellenden Künstlern breit gemacht, einen weiteren Künstler einzuladen. Das heißt, dass sich die Ausstellungsdauer von einem Monat oft in zwei oder vier Termine unterteilt.
3. Das müsst ihr die Künstler selbst fragen, wir bieten lediglich den Raum. Die Galerie ist einfach den Ausstellenden geöffnet und wir zensieren sie nie. Deswegen hoffen wir, dass wir das Image eines ganz einfach offenen Raumes haben, bereit zu Experimenten.
4. Am Anfang haben wir mit der Galerie A.M.180 zusammengearbeitet. Wir hatten ein paar mal gemeinsam eröffnete Ausstellungen. Allmählich haben wir von dieser Zusammenarbeit abgelassen, auf Wunsch von A.M.180, weil sie die Möglichkeit bekamen, die Öffnungszeiten ihres Raumes zu verlängern. Gegenwärtig beginnen wir mit der Galerie Eskort aus Brno zusammenzuarbeiten. Wir stellen einige Künstler, wahrscheinlich drei, aus der Brünner Kunst­szene aus.
5. Die Beziehung zwischen Galerie und Raum ist einfach fundamental. Die Galerie muss keine Miete zahlen und keine Kaution für Strom. Das alles sichert der Mieter des Raums Vladimír Strejček.
6. Den Großteil unserer Besucher bilden Künstler und Leute aus der Kunstszene. Unser Programm ist es, die zeitgenössischste und jüngste Kunst zu zeigen, so dass wir nicht erwarten, dass wir Besuch aus außerkünstlerischen Kreisen haben könnten. Die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst gegenüber einem breiteren Publikum steht anderen Institutionen zu. Natürlich wehren wir das nicht ab, aber es ist nicht unsere Priorität.
7. Bestimmt beeinflusst uns die Arbeit für die Galerie. Wir sind keine Kuratoren, eher Führer dieses Raums, wir suchen das Programm aus und es liegt am Künstler, wie er sich im angebotenen Raum aufstellt. Sie riskieren mehr als wir. Nur einmal hatten wir eine kuratierte Ausstellung, und das war die Ausstellung von Silvina Arismendi und Magdalena Kwiatkowska im Juli 2005. Aber zur Frage: am meisten beeinflusst uns die Kommunikation mit den Künstlern und sie nötigt uns zu größerer Offenheit gegenüber unterschiedlicher bildender Kunst.
8. Wir arbeiten mit Künstlern zusammen, die in diesen Schulen (AVU, VSUP) studieren oder sie absolviert haben, aber mit den Institutionen selbst haben wir keinen offiziellen Kontakt. Was den zweiten Teil der Frage betrifft, geht es wieder um informelle Kontakte, bis auf die Zeitschrift Umělec, die jetzt unser Medienpartner ist.
9. Diese Frage habe ich teilweise schon beantwortet. Sonst vermissen wir am meisten ein Medium, das gute fremde und heimische Aufsätze zu gegenwärtigen Themen vermitteln und mit Rezensionen auf gerade stattfindende Ausstellungen reagieren würde.
10. Funktionaler art space, der einen großen Stab von Leuten hat, die zum Funktionieren der Galerie beitragen und ihr damit maximale Unabhängigkeit von Staat und Stadt ermöglichen. Natürlich geben wir in der Zukunft diesen Raum weiter, damit wir nicht ausbrennen und es damit zum Verfall der Galerie kommt.

Galerie Jelení
CSU, Drtinova 15, Praha 5 – Smí­chov, www.fcca.cz
1. Jungen Künstlern zu Beginn ihrer Karriere zu helfen, oft auch Hochschulstudenten.
2. Die Künstler suchen wir nach unseren Qualitätskriterien aus, nur selten beziehen wir die ein, die sich melden. Es passiert nicht oft, dass diejenigen, die von selbst kommen, in das Konzept der Galerie passen.
3. Das müsst ihr die Künstler selbst fragen.
4. In unserem Umfeld ist die Zusam­menarbeit zwischen kleinen Galerien nicht so geläufig. Zwischen den kleinen Galerien, die hier existieren, gibt es eine gewisse Rivalität und die Zusammenarbeit wird wohl ein wenig als Bedrohung empfunden und man fürchtet, die spezifische Stellung in der Szene zu verlieren. Wir selbst wehren uns gegen Zusammenarbeit in keiner Weise, im Gegenteil, sicher würde sie allen nützen, es scheint uns jedoch nicht, dass es allgemein eine große Bereitschaft dazu gibt.
5. Wir haben schon einen Raum verloren und machen in einem neuen weiter.
6. Junge Künstler, junge Kriti­ker, die junge tschechische Kunst­szene. Wir informieren auf gängige Art (durch regelmäßiges Verschicken von Information über die Termine von Vernissagen, gedruckten Mittei­lungen usw.) aber die Reso­nanz ist gering. Insgesamt gibt es hier das Problem, dass es in der heutigen Zeit wenige Sachverständige gibt, die für die Medien schreiben. Früher war die Situation besser, für Lidové novini und MF dnes haben regelmäßig Lenka Lindaurová, Marek Pokorný, Radek Váňa und andere geschrieben. Was den Informationsserver betrifft, das wäre für die Galerien sehr wichtig.
7. Mein Beruf hilft mir, die einzelnen Künstler im weiteren Zusammenhang zu begreifen, und umgekehrt ermöglicht mir das Vorbereiten des Ausstellungsprogramms den Kontakt mit der jüngsten Generation und so lerne ich die neuesten Richtungen in der Kunstszene kennen.
8. Wir arbeiten mit AVU und VŠUP zusammen, wir stellen regelmäßig Studenten dieser Schulen aus, manchmal in Zusammenarbeit mit den Professoren. Mit anderen tschechischen und ausländischen Institutionen arbeiten wir einmalig bei konkreten Projekten zusammen.
9. Zusammengearbeitet haben wir mit den Lidové noviny, MF Dnes, der Zeitschrift Umelec und Atelier. Es fehlt hier eine Zeitschrift, die schneller über gerade stattfindende Ausstellungen informieren würde, wie das seinerzeit die Zeitschrift Artur war.
10. Den Betrieb und das Programm der Galerie würden wir gleich beibehalten wollen, die Verbindung mit weiteren Galerien oder anderen Institutionen scheint uns nicht nötig. Eher begrüßen würden wir die Zusammenarbeit mit einer anderen Institution in dem Sinn, dass uns einmal im Jahr ein größerer Raum geboten würde, wo wir umfangreichere Kuratorenausstellungen organisieren könnten.

NoD
Experimentální prostor Roxy / NoD, Dlouhá 33, Praha 1, www.roxy.cz/nod/
1. Für NoD haben wir im Januar 2006 zu arbeiten begonnen, im November 2005 wurde eine Kuratorenstelle ausgeschrieben, wir haben uns zu dritt darauf beworben. (…) Die Galerie ist jetzt halb so ein Ort, wo Leute dank wi-fi arbeiten und auf einen Kaffee vorbeikommen oder sich bei anderen Aktionen im NoD treffen. Auf der einen Seite sind das große Vorteile dieser Galerie.
Die Galerie NoD ist in einer völlig anderen Position als unabhängige neu gegründete Galerien – NoD hat eigentlich eine lange und berühmte Geschichte, es ist ein bekannter Raum, der schon sein Publikum hat. Die Situation einer neuen Galerie ist wohl einerseits schwieriger, wir arbeiten schon mit einem gegebenen Konzept und Wirken des Raumes, was uns entgegenkommt, aber andererseits müssen wir uns den anderen Aktivitäten und Abläufen und der Geschichte von NoD anpassen und unterordnen. (…)
2. Unsere Kriterien sind keineswegs radikal, wir bevorzugen kein konkretes Medium. Wir suchen Leute aus, deren Arbeit uns irgendwie anspricht und unterhält. Wir machen hauptsächlich Einzelausstellungen – so, dass der Ausstellende frei wählen kann, mit wem er zusammenarbeiten wird und wie er mit seiner Ausstellung in ihrem Ablauf arbeiten wird. (…) Unser Programm ist wohl, dass es zu einem Drittel aus Leuten besteht, die uns angesprochen haben. Sicher wollen wir offizielle Informationen über die Möglichkeit, im NoD auszustellen, veröffentlichen, auch wollen wir den Raum zweimal jährlich anderen Kuratoren zur Verfügung stellen.
3. Es bedeutet für sie wohl nichts besonderes (…). Wichtig für sie ist eine bestimmte Geschichte und Führung dieses Ortes, das Konzept des Raumes, die Größe, die Lage – die Möglichkeit, dass die Sachen von unterschiedlichem Publikum gesehen wird – Leute, die ins NoD über das Internet oder auf einen Kaffee kommen, bis zu Leuten aus der Film- und Theaterszene. (…)
4. Wir bemühen uns darum, das ist wohl die beste Möglichkeit sich gegenseitig zu unterstützen. In den Werbematerialien, die wir ab Mitte März herauszugeben beginnen, haben wir Platz für kostenlose Inserate von Galerien, Kulturräumen, Zeitschriften, Künstlerwebseiten, Server – dieses Inserat muss nicht grundlegend in direkter Beziehung mit visueller Kunst stehen. Es ist dort auch Raum (wohl eine halbe A3 Seite) für Texte und Rezensionen, die sich von Zeit zu Zeit gerade diesen unabhängigen Räumen widmen werden.
Bisher sind wir übereingekommen mit Dana Recmanová vom Kommunikationszentrum Škol­ská 28, Jirka Franta von ETC, Igor Kovacevic von CCEA – eine auf mitteleuropäische Architektur ausgerichtete Galerie, mit der Zeitschrift Umelec und mit Zuzana Štefková von der Galerie c2c. Wir haben A.M.180 angesprochen, wir wollen mit den Zeitschriften Fotograf, Imago, Labyrint, Revolver Revue, Živel… verhandeln und mit den Galerien Display, Eskort, Entrance, Magda, Radikala…
Gleichzeitig wollen wir Platz auf der Wandzeitung von NoD abgrenzen, wo die angesprochenen Räume und Medien ihre Werbematerialien platzieren können.
Natürlich wären wir froh, oder würden das eher erwarten, dass Inserate, Plakate oder das Programm der Galerie NoD in den genannten, angesprochenen Medien und Räumen ihren Platz haben werden. Wir erwarten eigentlich eine solche Partnerschaft, die wohl vor allem der Erhaltung dieser Räume helfen sollte (…).
5. Das ist auch eine Frage die für uns nicht ganz passt. Die Galerie NoD – Roxy/NoD (Linhartova Stif­tung) wird auch ohne uns existieren und funktionieren. (…)
6. Wohl Freunde und Freunde der Künstler die hauptsächlich Künstler sind. Als wichtiges Publikum betrachten wir auch die Besucher der weiteren Aktionen von NoD (Theater, Filme…) und Leute, die auf einen Kaffee oder wegen dem Internet kommen. Wir verschicken Einladungen per E-mail an die meisten tschechischen bzw. Prager Galerien, Zeitschriften, Galeristen, Journalisten, Kulturinternetserver über Kultur, Kunstschulen, aber wir haben nicht den Eindruck, dass das besonders gut klappt. Bisher versprechen wir uns viel von der Zusammenarbeit mit den angesprochenen Galerien und Medien.
Wir werden jetzt mit Tereza Mikušová und Ota Gebauer auf dem Server art.versus zusammenarbeiten, der die Arbeit ausgewählter Künstler präsentieren wird. (…) Im Grunde wird das wie ein Informationsserver funktionieren und auch als Web-Portfolio der Künstler.
7. Wir haben alle Fotografie auf der ITF in Opava studiert. Natürlich wäre es schade für NoD und die ausstellenden Künstler, wenn wir uns nur auf Fotografie ausrichten würden. Die Galerie NoD ist überhaupt nicht diese Art von Raum, der sich auf ein bestimmtes Kunstfach und dessen Community beschränken sollte.
8. Sehr bemühen wir uns darum nicht, wir haben das Gefühl, dass NoD eher ein für Einzelne offener Raum sein sollte. Schulen und Institutionen haben meistens schon ihre Ausstellungsräume, oder es ist für sie nicht so schwer, sie zu bekommen. Wir wollen Einzelpersonen unterstützen, damit sie die Ausstellungen allein für sich machen, nicht im Rahmen von Institutionen oder Schulen, Projekten. (…) Mit ausländischen Kulturinstitutionen, Galerien und Instituten in Prag planen wir irgendeine Zusammenarbeit.
9. Atelier, Radio 1, Ct 24, Arts and Antique, A 2, Revolver Revue, Metropolis, Think… es geht eher um Medienpartnerschaft. Wir haben Interesse an Radio Vltava, Wave, Labyrint, Fotograf, Imago, Revolver Revue, zivel… Gefallen würde uns Werbung im Fernsehen, in den Straßenbahnen, der Metro, öffentlichen Plätzen, damit es auch zu weniger interessierten Leuten vorstößt… Ein Großteil davon ist aber nicht erreichbar – es fehlt das Geld. Wir wollen nicht nur im Rahmen einer geschlossenen Kunstcommunity fungieren.
10. Bis dahin stellen wir uns nichts vor. Die Kuratorentätigkeit im NoD ist auf drei Jahre begrenzt, bis dahin bemühen wir uns, etwas zu tun…
















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